Soos

 

 

Naturschutzgebiet Soos

 

  

Ganz in der Nähe des Kurortes Franzensbad liegt das Naturschutzgebiet Soos. Es besteht aus weiträumigen Sumpfgebie und ausgedehnten Wälder. Zwischen Schwefelquellen und Wasserläufen, führt ein Wanderpfad durch Rückzugsgebiete gefärdeter Pflanzen und Tierarten.

 

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6 Kilometer nordöstlich des Kurbades Franisbad befindet sich das Natur5schutzgebiet Soos, bei der Ortschft Novy Drahov.

Es handelt sich um ein Torf- und Mineralwiesenmoor mit ausströmenden Gas aus Mefetten. Eine Mefette ist die Köhlere Veriante einer Fumarole. In passiven Vulkangebieten sind dies Gasaustritte unter 100 Grad Celsius, die das Gestein an Störungen chemisch verändern. Typisch ist der Geruch nch Schwefelwasserstoff.

An Mofetten tritt viel Kohlendioxid und Kohlenmonoxid aus. Letzteres sammelt sich gerne in Senken an und verdrängt die Luft.

Auf Grund der mineralischen Wässer haben sich hier Kieselalgenbänke herausgebildet, auf denen nur ein sehr eingeschränkter Bewuchs vorhanden ist.

 

 

Der Egergraben besteht aus verschiedenen kastenförmigen Einbruchstrukturen, die auf Verschneidungen von Störungen zurückzuführen sind. Eines dieser Teilbecken ist das Soos. In diesem Bereich der Grabenstruktur dichten tertiäre Tone das Becken ab und gegünstigten Staunässe und die Bildung eines Moores. Die Beckenstruktur wird des Weiteren in zwei Mulden, die durch einen Sattel voneinander getrennt sind, untergliedert. In der südlichen Mulde befindet sich der aus Mineralquellen gespeiste See, dem sich nach Norden das Mineralmoor Soos anschließt. Das Mineralmoor Soos stellt die Randfazies des Seees dar.

 


 

 

Etwa 200 Mineralquellen unterschiedlicher Mineralisation sind im Naturschtzgebiet Soos bekannt. Die Mineralisation des Seewassers begünstigt das Wachstum von Diatomeen (Kieselalgen). So finden sich im Becken mächtige Kieselgur-Ablagerungen. Die Kieselgurschicht ist mit Mineralsalzuen gesättigt, die beim Trockenfallen der Nassstellen ausblühen. Teils konnte sich im Bereich des stark mineralisierten Sees eine Flora bilden, die ansonsten nur an Meeresrändern gedeiht, sogenannte Halophyten. Jedoch kann auch an Stellen durch die ständige Oxidation ein Milieu entstehen, das toxisch wirkt, so dass keinerlei Pflanzenwachstum möglich ist.

 

Diese heute im Bereich des Naturreservats an die Oberfläche tretenden mineralisierten Wässer wurden früher in Sudhütten zu Salzen eingesotten und in Soos sowie in Franzensbad angewendet. Die Salze weisen einen hohen Sulfatgehalt auf. Zudem wurde in Soos die Moortherapie entwickelt und Moorbäder aus mineralbaltigem Schlamm in den Bädern angeboten. Auch die Diatomeenerde und der Torf wurden früher abgebaut.

 

Im Bereich des Mineralmoores Soos sind an vielen Stellen Mofetten zu beobachten. Mofetten sind natürliche Kohlenstoffdioxid-Entgasungen, die sowohl unter Wasser als auch im Trockenen auftreten. Die verstärkten Kohlenstoffdioxid-Entgasungen hängen mit dem jungen Vulkanismus zusammen und sind an stark tektonisch beanspruchte Gebiete gebunden. Hier liegen sie im Verschneidungsbereich des Eger-Grabens mit dem Cheb-Domazlice-Graben. Das Gas steigt in Trichtern aus dem Schlamm auf. Teils sind die Schlammtrichter linienförmig angeordnet, so dass angenommen werden kann, dass sie den Verlauf kleinerer Störungen nachzeichnen.

 

 

 

Die starke Kohlenstoffdioxid-Entgasung ist auch an einigen der im Moorgebiet austretenden Quellen zu sehen. Das an der Kaiserquelle zu Tage geförderte Wasser kann als Eisen-Schwefel-Hydrogenkarbonat-Chlorid und Sodahaltiger Sauerbrunnen bezeichnet werden. Die Gesamtmineralisation beträgt 5,7 g/L bei einer Temperatur von 14 - 18 Grad je nach Jahreszeit. Das Wasser der Kaiserquelle enthaltene Schwefelwasserstoff wird nicht durch Thermalwässer eingebracht, sondern bildet sich durch mikrobielle Umwandlung im Moor. Dabei wird Sulfat unter stark reduzierendem Milieu in Sulfit und später in Sulfid und Schwefelwasserstoff umgwandelt.

 

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